Bridges - Musik verbindet

Bridges - Musik verbindet am 27. Februar 2020 im Capitol Mannheim_Foto: Günther Bauer
Das Bridges-Kammerorchester in der Reihe: Kein Platz für Rassismus

Bridges – Musik verbindet bringt seit 2016 Musiker*innen mit und ohne Migrations- und Fluchtgeschichte in transkulturell besetzten Orchestern, Ensembles und Projekten zusammen. Durch ihre Aktivitäten ist Bridges als Promotorin neuer musikalischer Dialogformen und Integrationsarbeit durch die Musik bekannt. Seit Bestehen sind so über 180 Musiker*innen und Sänger*innen aus 25 Ländern zusammengekommen und haben über 250 Auftritte gespielt - von der Flüchtlingsunterkunft über die Alte Oper in Frankfurt bis zur Bundesregierung in Berlin und auf Musikfestivals in Italien und Usbekistan. Bridges hat sich mittlerweile ein einzigartiges musikalisches Profil erarbeitet, in dem die verschiedenen (musik-)kulturellen Einflüsse aller Musiker*innen ineinandergreifen, sich verbinden und neue musikalische Qualitäten erschaffen.

Das Bridges-Kammerorchester
Im Bridges-Kammerorchester kommen Musiker*innen und Instrumente aus Orient und Okzident, Fernost und Lateinamerika zusammen und erweitert damit die klassische europäische Orchesterkultur: so sind neben europäischen Streich- und Blasinstrumenten unter anderem auch Gitarren und deren „Urgroßvater“, die arabische Oud, vertreten, das Kanun, die persische Tar, arabische und persische Perkussionsinstrumente, mongolische Pferdekopfgeige, kolumbianische Tiple und die bulgarische Kaval.

Für diese einmalige Besetzung greifen die Musiker*innen Musik und Musikkulturen aus ihren Herkunftsländern auf, komponieren und arrangieren passgenau und interpretieren die Stücke durch eine Weiterentwicklung von Spielpraktiken neu.

„Musik ist eine Migrantin“ - das Thema des Bridges-Kammerorchesters - wird im Jahr 2020 durch mehrere Konzertprogramme aufgegriffen und verdeutlicht, dass Musik sich stets über geografische Kreise hinaus verbreitet hat und sich weiterentwickelt indem sie vielfältige Musikformen aufgreift und immer wieder neue musikalische Dialogformen entwickelt. Damit spiegelt das Bridges-Orchester die Diversität und Vielfalt der Rhein-Main-Region wider.

Das Programm
Mit „Identigration“ präsentiert das Bridges-Kammerorchester im Februar 2020 ein Programm, das sich mit hybriden Identitäten auseinandersetzt - mit der Zugehörigkeit zu mehreren Kulturen und Fragen nach dem Wechselspiel von Identität und Integration. Schwerpunkte des Konzertprogramms sind hierbei die Schnittstellen zwischen spanischer, arabischer und lateinamerikanischer Musik sowie Jazz. Eine Vermengung arabischer und spanischer Musik hat bereits im Mittelalter durch die Mauren in Spanien stattgefunden. So greift das Orchester spanische Kompositionen mit orientalischen Einflüssen aus der Renaissance und des Frühbarocks auf und spannt dann einen Bogen nach Südamerika: hier hat sich spanische Tradition mit indigenen südamerikanischen Musikformen sowie der Musik der afrikanischen Sklaven vermischt. Die Musik der Sklaven wiederrum hat in Nordamerika die Entwicklung des Blues und Jazz hervorgebracht, der von dort nach Europa gekommen ist. Das Orchester spielt Stücke mit Jazzelementen in den Kompositionen der syrischen, kolumbianischen und Frankfurter Komponisten Rabie Azar, Andrés Rosales und Peter Klohmann, die eigens für das Bridges-Kammerorchester komponiert wurden. So zeigt das Orchester, dass Migration ein alltäglicher, wertvoller und bereichernder Vorgang in der Kunst ist.

Der Dirigent
Das Konzert wird dirigiert von Nabil Shehata, Chefdirigent der Philharmonie Südwestfalen. Der Deutsch-Ägyptische Dirigent startete seine Karriere zunächst als Kontrabassist (erster Preisträger des ARD Wettbewerbs, Solokontrabassist bei den Berliner Philharmonikern) und wurde in seiner dirigentischen Laufbahn u.a. von Daniel Barenboim gefördert. Mittlerweile dirigiert er renommierte Orchester auf der ganzen Welt. Gleichzeitig liegt Nabil Shehata die Förderung des musikalischen Nachwuchses sehr am Herzen. Großes Engagement gilt dabei dem West-Eastern Divan Orchester, zu dessen langjährigen Mitgliedern er gehörte.

Alle Veranstaltungen der Aktionstage Kein Platz für Rassismus in der Übersicht:

Dienstag, 18. Februar 2020, 19.00 Uhr, Capitol
Mittwoch, 19. Februar 2020, 9.00 Uhr, Capitol, Schulvorstellung
Luigi Toscano „Gegen das Vergessen“
Filmvorführung und Diskussion
Eintritt frei

Dienstag, 18. Februar 2020, 9.00 Uhr, Casablanca, Exklusiv für Kindergärten nach Voranmeldung
Woanders ist es immer anders
Kindertheaterprojekt zur Förderung von Integration und Miteinander
Eintritt frei

Mittwoch, 26.02.2020, 18.00 Uhr, Marchivum
Von Surinam nach Mannheim – die außergewöhnliche Lebensgeschichte des Afroamerikaners Thomas van Vorden (1816-1863)
Vortrag im Marchivum
Eintritt frei

Donnerstag, 27. Februar 2020, 20.00 Uhr, Capitol
Bridges - Musik verbindet „Identigration"
Konzert mit dem Bridges-Kammerorchester
In Zusammenarbeit mit Mannheim sagt Ja! e.V. und Orientalische Musikakademie Mannheim
Eintritt 1. Kat. 26,20 € / 2. Kat. 21,80 €

Donnerstag, 05. März 2020, 19.00 Uhr, Casino
Alice Hasters „Was weiße Menschen nicht über Rassismus hören wollen"
Lesung und Diskussion
In Zusammenarbeit mit Mannheim sagt Ja! e.V.
Eintritt frei

Begleitprogramm:
Sonntag, 16. Februar 2020, 18.00 Uhr, Casino
Dr. Markus Weber und Dieter Scheithe
Die Zwei von der Klangstelle
Eintritt 18,00 €

Veranstalter: Capitol Betriebs GmbH

"Identigration"
Konzert
Capitol
Capitoler Rabatt: 
20%
In der Reihe
https://www.capitol-mannheim.de/sarotti-reklame
https://www.orientalischemusikakademie.de/
http://www.masagtja.de/
nein