Capitol Mannheim
 
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Kino, Küsse und Konzerte - Geschichte

Das Capitol in Mannheim: Schauplatz ungezählter Kussszenen in lauschig warmen Kinosesseln, Schweiß treibender Partys, unerhörter Konzerte und amüsanter Musicals.
Wie kommt's?

Möglich gemacht hat das ein junges Team um den heutigen Geschäftsführer Thorsten Riehle, das im September 1998 den großen, alten Lichtspielpalast übernahm und zu neuem Leben erweckte. Bis dato fristete das Haus einen Dornröschenschlaf – als unrentabel abgestempelt, war es zwei Jahre zuvor geschlossen worden. Und das wäre fast das Ende dieser Institution gewesen. Doch der Reihe nach.

Es war im Jahr 1927 ...

... als sich die Mannheimer Kino-Dynastie Müller einen lang gehegten Traum erfüllte und einen Filmpalast errichten ließ, der selbst jene in Berlin und München in den Schatten stellen sollte. Ein Bau mit einem ausladenden Portal außen und einer beeindruckenden Kuppel innen. Klassische Formen sollten dominieren, schließlich war der Bauherr ein Fan der Antike. Und so bauten die Müllers an jener Stelle, an der früher das "Collosseum" gestanden hatte, ihr "Capitol". Von Beginn an gehörte eine kleine Bühne zur Grundausstattung des Hauses: Theater wurde im Capitol also schon von Anfang an gespielt.

Das Haus feierte rauschende Filmpremieren und Partys. Die große weite Welt war in Mannheim zu Gast. Im Capitol ins Kino zu gehen, war etwas ganz Besonderes: 200 Meter weiter kostete der Eintritt ins "Müllerle", dem kleineren Kino der Müllers, 15 Pfennig; im Capitol dagegen musste man 20 Pfennig und zwei Briketts berappen.

Den  Zweiten Weltkrieg überstand das Haus wie durch ein Wunder unbeschadet. Dabei wurde die industriell dominierte Neckarstadt am Zusammenfluss von Rhein und Neckar schwer bombardiert. In den Folgejahren wuchs das Capitol mit den Anforderungen der Unterhaltungsrevolution durch das Fernsehen. In den sechziger Jahren wurde eine gewölbte Cinemascope-Leinwand installiert – von ihr schwärmen Filmvorführer noch heute. In den siebziger Jahren änderten die Betreiber dann das Konzept. Neben dem Film etablierte sich Musik in dem runden Saal, was dazu führte, dass das Capitol in den achtziger Jahren den Ruf als einer der angesagtesten Musikclubs der Region erlangte.

Als jedoch in den neunziger Jahren die Multiplex-Kinos wie Pilze aus dem Boden schossen, geriet das Capitol als Kino ins Abseits. Auch die Konzertveranstalter verloren das Interesse am Haus - oder hatten selbst wirtschaftliche Schwierigkeiten. Das Capitol wurde geschlossen. Ende? Zum Glück nur eine Pause!

Seine Wiedergeburt erlebte das Capitol 1998 als Konzerthaus mit dem ganz besonderen Flair unter der blauen Kuppel. Etwa ein Jahr nach der Eröffnung waren die Stars der nationalen und internationalen Szene im Capitol wieder heimisch: Popstars wie Heather Nova und Xavier Naidoo, Altrocker Eric Burdon, Entertainer und Schauspieler André Eisermann, Georgette Dee oder Jazzer Bill Ramsey. Sie alle liebten den Hauch der Nostalgie in dem alten Gemäuer.

Den lieben auch wir ganz besonders an unserem Capitol.

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